Georg Bechter schafft Übergänge vom Schönen zur Funktion, vom Unsichtbaren zur Erfindung, von der Quelle zum Unendlichen. Dabei entstehen unter anderem innovative Lichtmodule, leuchtende Luft und Leuchtsysteme mit internationaler Anerkennung. Mit dem Firmenumzug im August 2020 werden, in dem neuen Arbeitsgebäude in Hittisau, Architektur und Lichtdesign von Georg Bechter auf beeindruckende Weise vereint.
Georg Bechter kann auf einen abwechslungsreichen Bildungsweg zurückblicken. Er absolvierte eine HTL für Innenausbau und Tischlerei sowie ein Architekturstudium an der Akademie in Stuttgart mit einigen zusätzlichen Semestern der Bildhauerei. Durch diese Vielseitigkeit standen ihm verschiedenste Richtungen offen, die er schlussendlich gekonnt in seinem Unternehmen vereinte. Trotz einem Lehrauftrag und Atelier in Stuttgart kam er wieder zurück in seine Heimat. Mit der Rückkehr zu seinen Wurzeln wollte er auch ein Zeichen setzen und andere dazu motivieren, ebenfalls wieder in den Bregenzerwald zu kommen. Denn für ihn strahlt die Region Lebendigkeit aus, die einem einen guten Ausgangspunkt für den Start in die Selbständigkeit und Platz für kreatives Arbeiten bietet. So baute Georg in Hittisau ein altes Bauernhaus mit Scheune um – unten wurde gewohnt, oben gearbeitet und experimentiert. 2012 siedelte er nach Langenegg um und konnte bereits erste Mitarbeiter einstellen und legte damit den Grundstein für seinen Betrieb, der inzwischen zu einem 15-Personen-Unternehmen herangewachsen ist. Der Architekt und Designer schätzt die räumliche Nähe von Wohnen und Arbeiten, sowie die regionale Wertschöpfung und
Qualität des Bregenzerwaldes.

Im August 2020 wurden die auf vier Standorte verteilten Einheiten an einem Standpunkt vereint. Georg Bechter und sein Team zogen nach Hittisau, wo der Unternehmer aus einem nicht mehr genutzten Stall seines Vaters ein modernes und außergewöhnliches Arbeitsgebäude entwarf. Mit dem neuen Firmensitz wollte Georg einen neuen Schritt in der Unternehmenskultur wagen, sowie einen weiteren Schritt in der Mitarbeiterpflege gehen, um für das Team einen schönen und atmosphärischen Ort zu schaffen. Das neu entstandene Gebäude bietet Platz für 15 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Architekturbüros und der Firma Georg Bechter Licht und überzeugt schon von außen durch eine außergewöhnliche Holzfassade. „Ich finde sie persönlich nicht so besonders, weiß aber natürlich, dass sie besonders ist“, beschreibt Georg die Holzverkleidung. Dem Designer war es wichtig, dem Gebäude seines Vaters ein feines Kleid zu verleihen, dabei aber trotzdem nicht zu verkennen, dass es ursprünglich ein Stadel war. Die Fassade bildet im Streiflicht auch Wellen, was sich auf das Credo der Lichtfirma bezieht. Das Ziel des Unternehmens ist es, mit seinen Gipsmodulen aus einer Fläche die dritte Dimension herauszuarbeiten. Sie schaffen Leuchtkörper, die sich in eine Wand- oder Deckenfläche integrieren und durch Vor- oder Rücksprünge plastisch werden und genau das soll in der Fassade des neuen Hauses auch abgebildet werden.
Besonders großen Wert legte Georg bei dem Gebäude auf ein klimabewusstes Bauen. Denn Regionalität, Nachhaltigkeit und Wertschöpfung aus der Region sind für ihn ein Must-have, das keinen Platz für Diskussionen übrig lässt. Das Haus zeigt nun verschiedene Ebenen für Büro, Werkstatt, Versand und Aufenthaltsbereiche, die aus heimischem Holz gefertigt wurden. Isoliert wurde es mit Stroh und mit Lehm verputzt. Durch einen geschliffenen Lehmboden erhält das Großraumbüro ein angenehmes und außergewöhnliches Ambiente, welches durch den sichtbaren Schallschutz an den Decken der Räume, der aus gefilzter Schafwolle besteht, verstärkt wird. Eine weitere Besonderheit ist die innovative Heizung des Gebäudes, wofür die alte Jauchegrube zum Eisspeicher umfunktioniert wurde. Das gefrorene Wasser gibt Energie ab, die mithilfe einer Wärmepumpe in Heizwärme umgewandelt wird.
Der Aufbau des Bauwerkes lässt deutlich erkennen, dass ein logischer und logistischer Ablauf, sowie ein angenehmes Arbeitsklima für Georg Bechter sehr wichtig sind. Das neu entstandene Betriebsgebäude ist ein Erlebnis für sich und offenbart immer wieder neue, spannende Details. Neben den zahlreichen eigenen Produkten, die perfekt in Szene gesetzt werden, bietet das Objekt auf der Südseite einen modernen Wintergarten mit Küche, Gemeinschaftsbereich und eigenen Pflanzenbeeten. Glasaugen in den Betondecken sorgen für besondere Lichteffekte und ein riesiger „Lichttrichter“ im Großraumbüro bringt zusätzliches Tageslicht von oben und führt zu einer modernen und ganz besonderen Atmosphäre. Ein weiteres Highlight ist ein „Lufttrichter“, der einen Panoramaausblick auf Hittisau bietet und einen hellen, neuartigen Raum zum Austausch, Arbeiten und Verweilen schafft.
Georg Bechter und sein Team wollen zweckerfüllende Räume entwickeln, dabei Ressourcen schonen und die Menschen mit ihrer Arbeit erfreuen, begeistern und überraschen. Jedes Projekt wird individuell und von Grund auf neu entwickelt. Die Arbeit von Georg steckt voller Leidenschaft, Engagement, Experimentierfreudigkeit und Wissen, wofür er auch schon zahlreiche Auszeichnungen erhalten hat. Begonnen hat die Geschichte mit dem Auftrag, die Schmuckwerkstatt „Glanzstück“ in Hittisau umzugestalten. Um ein perfektes Ergebnis für die Beleuchtung zu erzielen, begann Georg Bechter zu recherchieren, fand aber keine zufriedenstellende Antwort. So nahm er es selbst in die Hand und entwickelte seine eigene Lösung.
Besonders wichtig für seine Arbeit ist Georg Bechter die Verbundenheit mit der Region. Das Unternehmen arbeitet zu rund 85% mit Partnern im Bregenzerwald zusammen. Die Regionalität ist für Georg eine Frage des Qualitätsverständnisses und dabei schätzt er besonders die Nähe, dass man sich persönlich kennt und unmittelbar Produktionsfragen abklären kann, sowie die Möglichkeit, dort zu arbeiten, wo die Dinge auch entstehen. Bei Georg Bechter sind keine Wege weit – weil so viel Gutes zum Greifen nah ist. Mit höchsten ästhetischen und qualitativen Ansprüchen werden regionale Produkte und Lösungen entwickelt, die internationale Anerkennung erreicht haben. Georg Bechter ist besonders stolz, dass sein regionales Unternehmen eine so große Strahlkraft nach außen hat und viele der Produkte aus dem Bregenzerwald hinausgehen.
Aus der Arbeit von Georg Bechter und seinem Team entstehen innovative, außergewöhnliche Produkte. Dabei mag es Georg Bechter zu experimentieren und dadurch Grenzen zu verschieben. Wenn der Architekt und Lichtdesigner entwickelt, arbeitet er zuerst alleine, bis alles für ihn im Kopf zusammenstimmt. Dann kommt das Team dazu. Was Georg Bechter besonders interessiert ist das Plastische, mit dem Raum Verbindende.  Das Unternehmen stellt in der Manufaktur selbständig Gipsteile und Einspachtelsysteme her und überzeugt mit atmosphärisch gestalteten Leuchten, die sich mit dem Raum verbinden. Georg will das Technische mit dem Gestalterischen kombinieren. „Es gibt viele Techniker, die technisch brillant sind, aber die Gestaltung vergessen und umgekehrt“, erklärt der Unternehmer. Doch Georg dreht sich, wenn nötig, auch 10-mal im Kreis, bis er das perfekte Produkt entwickelt hat, das in der Technik aber auch in der Gestaltung überzeugt.
Was Georg Bechter Licht den Durchbruch auf dem qualifizierten Lichtmarkt brachte, ist das DOT 28-System: Eine Deckenleuchte - eigentlich ein 28 mm großer Lichtpunkt, der inzwischen zu einem flexiblen und sehr erfolgreichen System ausgebaut wurde. Sie haben sich damit an Themen gewagt, die auf der Hand liegen, woran sich viele andere aber nicht trauten. Und auch hier spielt neben dem Design das Handwerk eine wichtige Rolle, denn heute gibt es ihn bereits für Betondecken, für den Einbau in Holz, Putz oder auch Gips. Für das dot-System wurden die verschiedensten Einbaulösungen entwickelt, doch der Ausgangspunkt war der Balda. Georg Bechter hat damit die, von üblichen Lampen bekannten, Abdeckdosen in die Decke integriert und ein völlig neues System entwickelt, wofür ihm auch der Staatspreis Design 2015 verliehen wurde. Dazu entwickelte Georg einen eigenen Betonschalungskörper, der durch seine intelligente Schalungsart nicht sichtbar in der Betondecke verschwindet. Sichtbar bleibt nur eine rahmenlose Öffnung, in welche dann die minimalen LED Leuchten von Georg Bechter Licht eingefügt werden können. Passend dazu wurde ein wechselbares System entwickelt, damit verschiedenste Lampen angebracht werden können. Egal ob flächenbündiger Spot, drehbare Leuchte, Hängeleuchte oder Keramikleuchte - das System bleibt gleich. Georg Bechter wird mit seinen Systemen auf dem Markt sehr professionell wahrgenommen, da es ein derartig breit und handwerklich perfekt durchdachtes Licht nur höchst selten gibt. Georg Bechter schafft einen neuen Standard der Zukunft.

Fotos: Adolf Bereuter 

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