Für mich, als Lustenauerin, war der Bregenzerwald der Ort, an dem ich meinen Skikurs machte und wo ich schwimmen lernte. Und der Bregenzerwald war der Ort, an den mich meine Eltern zu allwöchentlichen Sonntagsausflügen schleppten (gefährliche Wanderungen mit Wegen über Gebiete, die eindeutig den Kühen gehörten!) und der einzige Ort auf der Welt, dessen Dialekte unverständlicher waren als mein eigener. Aber erst Jahre später, als ich nach Wien gezogen bin, wurde der Bregenzerwald ein geliebter Teil meines Heimatgefühls. In den Care-Paketen meiner Mama befanden sich neben Lustenauer Senf und „Moschtbröggli“ immer auch ein Wälder Käse. Am liebsten der Bregenzerwälder Bergkäse, aber auch der Ziegenbergkäse oder das fix und fertige Käse-Fondue waren eine echte Bereicherung unserer Studentenküche. Es war nun also höchste Zeit, meinen neugewonnenen Heimatbegriff selbst zu erkunden. Und was habe ich herausgefunden? Der Bregenzerwald hat noch viel mehr zu bieten als guten Käse! Viele Leute schreiben über den Bregenzerwald als einen Ort der Tradition. Wo das Leben eben noch nicht so hektisch verläuft, ein Ort an dem es noch so ist wie früher. Über Handwerkskunst und schöne Wanderwege. Und sie haben recht. Aber es ist eben nicht nur handwerkliches Können oder ein schöner Ausblick. Der Bregenzerwald ist für mich ein Gefühl. Ein Gefühl, das Ruhe ausstrahlt, wenn man die frische Luft beim Wandern durch den Wald tief einatmet. Ein Gefühl das beeindruckt, wenn man die vielen eingearbeiteten Details an jedem einzelnen Wälderhaus bemerkt. Ein Gefühl der Geborgenheit, wenn man eine warme Gaststube betritt und von allen Seiten freundlich gegrüßt wird (und es eben manchmal auch gut nach geschmolzenem Käse riecht). Ein Gefühl der Heimat. Ein Gefühl der Heimat, das der Bregenzerwald auch all jenen schenkt, die dort eigentlich – und man könnte es für einen Moment vergessen - gar nicht zu Hause sind.

witr reosô...

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