Franz Michael Felder - Wer war er?
1839 in Schoppernau geboren, entstammte er dem bäuerlichen Mittelstand, dessen Eigenbesitz zu jener Zeit zu mindestens zwei Dritteln verschuldet war. Felder, wegen eines Arztfehlers auf einem Auge fast blind, besuchte eine zweiklassige Volksschule und interessierte sich schon als Schüler für alles Geschriebene. 1861 heiratete er Anna Katharina „Nanni“
Moosbrugger aus Au. Sie war, wie Felder, belesen und schrieb Gedichte. Die beiden hatten fünf Kinder. Nanni starb 1868. Felder starb wenig später 1869 mit nur 29 Jahren.
Franz Michael Felder gilt als erster Sozialreformer Vorarlbergs. Er versuchte, die damals für viele Bewohner der Region schwierigen sozialen und wirtschaftlichen Zustände von Grund auf zu ändern. Um die fast uneingeschränkte ökonomische Vorherrschaft der Käsehändler zu brechen, gründete Felder die erste landwirtschaftliche Genossenschaft. Seine Aktivitäten stießen besonders beim Klerus auf heftigen Widerstand.
Franz Michael Felder war belesen und selbst literarisch tätig. Er hatte einige Zeitschriften abonniert, unter anderem die sozialkritische „Gartenlaube“, für die er auch schrieb. Seine Sozialkritik und gesellschaftlichen Utopien sind Thema seiner Romane „Sonderlinge“ und „Reich und Arm“. Als
sein Meisterwerk gilt seine Autobiografie „Aus meinem Leben“, die er bereits vom Tod gezeichnet verfasste.


Felder Museum
Im Mittelpunkt der permanenten Ausstellung des Felder Museums steht eine überdimensionale Leinwand. Sie macht Franz Michael Felders Leben und Werk als aufgeklärter Volksbildner, Schriftsteller und Sozialreformers anhand von Bildern, Zitaten und Texten transparent. Hinweise leiten den Besucher zu den Ausstellungsobjekten, Hörstationen oder zu markanten Schauplätzen aus Felders Leben. An den jeweiligen Enden der Leuchtwand bieten Sichtfenster Einblick in das Dorf mit der Üntschenspitze und einen Ausblick auf die Kanisfluh, sodass Felder im Museum stets als Teil Schoppernaus wahrgenommen wird. In den Schaukästen sind Erstausgaben, bedeutende Originaldrucke sowie persönliche Gegenstände aus Felders Besitz dargestellt. In der über sieben Meter langen Flachvitrine wird seit kurzem Felders Bibliothek mit 700 Büchern in alphabetischer Reihenfolge eindrucksvoll aufgelistet. Eine Videoprojektion zeigt wichtige TV-Dokumentationen („Der Traum des Bauern“, „Die Käsgrafen“ ) und den Interviewfilm „Im Gespräch über Franz Michael Felder“. Auch Vertonungen von Dialektgedichten Felders können in  Audioaufnahmen gehört werden. Es besteht die Möglichkeit für Besucher, sich mit Felders Werken oder mit Literatur über Felder in die ruhigen Ecken der angegliederten Bücherei zurückzuziehen.  Felders Werke, Bücher über ihn und CD-Aufnahmen der Autobiografie „Aus meinem Leben“ können erworben werden.
Tipp: Schoppernau – KulturTour
Wie wurde aus einem Schoppernauer Bauernbuben einer der bedeutendsten Schriftsteller Vorarlbergs? Ausgestattet mit Landkarte, Rucksack und App führt der Weg zu entscheidenden Wendepunkten im Leben des Schriftstellers, Sozialreformers und Bauern aus Schoppernau. Der hart errungene eigene Weg, die Sehnsucht nach Büchern und Schriftstellerei, dramatische Ereignisse und die tiefe Liebe zur Seelenverwandten Nanni Moosbrugger.
Ausgabestelle: Tourismusbüro Schoppernau | Mehr: kulturvermittlungwuestner.jimdo.com

Texte: Felder Museum | Illustration: www.blankccanvas.com

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