Wie kommt ein „Schiff“ in den Bregenzerwald? Viele der Hotelgäste stellen diese Frage – und manch Einheimischer mag sich wohl auch wundern, wie ein gastliches Haus zwischen Wäldern und Wiesen zu diesem Namen kam. Johann Jakob Mennel, geboren 1816, diente als junger Mann bei der Marine in Triest und kehrte 1840 heim nach Hittisau. Unweit der Pfarrkirche ließ er sich nieder, betrieb dort eine kleine Landwirtschaft samt Gaststube und nannte sein neues Zuhause als Reminiszenz an seine Zeit auf hoher See „Das Schiff“. Der Ururgroßvater der jetzigen Betreiber, Familie Metzler, legte damit den Grundstein für eine lange Tradition an GastgeberInnen, die das Ruder im Schiff fest in der Hand hatten und haben.
Seit 1840 hat sich einiges verändert. Der Charme ist geblieben. Von Verlusten, Träumen und Durchsetzungsvermögen liest man in der druckfrischen Broschüre zum 180-Jahr-Jubiläum. Von Ausfahrten mit flottem Gefährt samt Ein- und Zweispännern, Weinhandel, Cafébetrieb und Liegewiese mit Springbrunnen. Mit dem aufkommenden Fremdenverkehr im Bregenzerwald der 60er Jahre kam auch Schwung ins Schiff. Schon damals wurde die „anerkannt gute Küche“ weitum gelobt. Erna Metzler perfektionierte die Gaumenfreuden. 1993 wurde sie, als erste Köchin Vorarlbergs, von Gault Millau mit einer Haube gekrönt. 10 Jahre später, im Jahr 2003, folgte die zweite Haube, die bis heute das Gourmetrestaurant „Wälder Stube 1840“ auszeichnet. Als Autodidaktin legte Erna den Grundstein für die Bregenzerwälder Gourmetküche. Ganz zu Recht wurde ihr 2019 der Titel „Vorarlberger Gastronomielegende“ verliehen. Ihr zu Ehren wurde auch die Ladenwirtschaft im modernen Holzkubus „Ernele“ genannt.
Seit 4 Jahrzehnten auf (Erfolgs)Kurs. Zu Beginn der 1970er-Jahre galt es, 50 Betten „warm“ zu halten. Busreisende aus Holland, Frankreich, Deutschland stiegen bei Familie Metzler ab. Aus der Hotelfachschule brachte die nächste Generation neue Ideen und Inspiration. Mit der Übernahme der Hotelgeschicke durch Hans-Peter und Gattin
Antonie (Schwester Elisabeth half damals noch tatkräftig in der Küche mit) nahm das Schiff richtig Fahrt auf.
Alle paar Jahre ein Manöver. Im Laufe der letzten Jahrzehnte wurde das SCHIFF immer wieder behutsam weiterentwickelt. Innovative Bregenzerwälder Handwerker, Planer und Architekten hinterließen ihre Handschrift und verliehen dem Haus Charakter und zeitlose Anmut. Ohne ständige Innovationen, Neuerungen Überraschungen gehört man in der Hotellerie schnell zum alten Eisen. Mut und Willensstärke sind Teile der Metzlerschen DNA. Umwelt- und Klimaschutz und regionale Wertschöpfung sind keine leeren Worthülsen für die Betreiber. Es geht um den Fokus aufs Ganze, den man nicht verlieren darf, so Hans-Peter Metzler.
Volle Kraft voraus - und dann kam Corona. „Wie eine Vollbremsung von Hundert auf Null!“, beschreibt Antonie Metzler die Gefühle während des Lockdowns in diesem Frühjahr. Keiner wusste, was kommt, wie es weitergehen soll. Die vielen Stammgäste trugen das Haus quasi durch diese schweren Wochen und Monate. „Wir haben so viele positive, Mut machende Zuschriften und Anrufe erhalten, es war wirklich berührend. Unser Haus strahlt Beständigkeit aus. Heuer feiern wir 180 Jahre Gastlichkeit! Wir lieben das, was wir tun - mit einer super Schiffscrew sind auch turbulente Zeiten zu meistern!“
Beständigkeit und Sicherheit vermitteln und sich dennoch dem Neuen nicht verschließen. Das ist die große Herausforderung – heute mehr denn je. Mit einer Portion Optimismus und Durchsetzungsvermögen sind Metzlers für diese Challenge gewappnet. Draa bliebô!     


meh zum wündôrô...

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